Verlagerte Standortausbildung Wesel 2010

Am 10. September trafen sich der OV Halle und der OV Lemgo in Wesel. Ziel war die Verlagerte Standortausbildung.

 

Nach der Zusammenkunft am Freitagabend folgte eine Nachtübung, um die Fähigkeiten der beiden OVs auf die Probe zustellen. Stromversorgung, Trinkwasseraufbereitung, retten von Verletzten, Ausleuchten und das Abstützen von einsturzgefährdeten Gebäuden standen auf dem Plan. Um 23.50 Uhr begann die Übung und sollte über zwei Stunden andauern. Simuliert wurde die Explosion einer Autobombe in einem Wohngebiet. Das Gelände musste erkundet, ein Versorgungsnetz aufgebaut, Verletzte gerettet und vom Einsturz bedrohte Häuser gesichert werden. Nach Ankunft der Bergungsgruppen begannen die ersten Erkundungen. Zeitgleich stellte die Fachgruppe E-Versorgung des OV Halle innerhalb von weniger als 15 Minuten die Stromversorgung für den kompletten Einsatzbereich her. In Folge dessen konnte die Fachgruppe Trinkwasserversorgung des OV Lemgo mit der Trinkwasseraufbereitung beginnen. Zur selben Zeit meldeten die Bergungsgruppen die Schadenslange: Mehrere zerstörte und halbzerstörte Gebäude. Innerhalb der nächsten halben Stunde sollen fünf Personen gerettet werden. Während die zweite Bergungsgruppe des OV Halle und die erste Bergungsgruppe des OV Lemgo mit dem Retten von verletzten Personen beschäftigt ist, beginnt die erste Bergungsgruppe aus Halle mit der Absicherung des einsturzgefährdeten Hauses. Mit Hilfe von Windenstützen wird das Haus von innen stabilisiert. Anschließend wird begonnen, die linke Hauswand durch eine Einsatzgerüstsystemkonstruktion abzustützen. Nach 2 Uhr in der Früh wird die Übung beendet und der Rückbau beginnt. Schließlich soll es am nächsten Tag mit vollem Eifer in die Ausbildung gehen.

 

Trotz einer kurzen Nacht beginnt die Stationsausbildung am Samstagvormittag wie geplant. Die Gruppen haben unter sich Übungen zur Weiterbildung und zum Training der Helfer vorbereitet. So beginnt die Fachgruppe Trinkwasserversorgung mit der Aufbereitung von Wasser aus einem stehenden Gewässer. Das Wasser wird angepumpt, gereinigt und aufbereitet. Daraufhin werden Proben entnommen und in einem mobilen Labor untersucht. Die Fachgruppe E-Versorgung des OV Halle beschäftigt sich mit der strategischen Seite ihres Spezialgebietes: Das komplette Gelände wird erkundet, vermessen und katalogisiert. Ziel ist es, die Stromversorgung des Gebietes durch zu planen. Kabellängen, Zwischenverteiler und vieles mehr müssen erfasst werden.

Währenddessen verschärfte die erste Bergungsgruppe des OV Lemgo ihre Fertigkeiten im Bergen und Retten von Personen aus Trümmern und Höhen. So wurde zur Übung eine Puppe in einem Trümmerkegel versteckt. Nach dem diese kurze Zeit später gefunden wurde, begann der spektakuläre Teil der Übung: Die Rettung aus einem zweistöckigen Gebäude über eine Drahtseilbahn. Aufgrund des ungewohnt guten Wetters eine willkommene luftige Erfrischung für die Helfer. Auch die zweite Bergungsgruppe des OV Halle blieb nicht auf dem Boden. Mehrere Methoden wurden angewandt, um sich aus verschiedenen Höhen abzulassen und wieder hoch zu ziehen. Hier bei stand nicht nur die Technik sondern auch die Überwindung im Vordergrund. So ging hier jeder Helfer an seine Grenzen, indem er sich aus dem zweiten Stockwerk abseilen ließ oder sich so weit wie möglich wieder hoch zog. Eine Erfahrung, die bei einer solchen Gelegenheit nicht fehlen durfte. So wie sich die anderen beiden Bergungsgruppen in luftigen Höhen aufhielten, blieben die Helfer der ersten Bergungsgruppe des OV Halle auf dem Boden der Tatsachen und erkundeten ihren neuen GKW 1 und die Seilwinde bekam ihren “Jungfernzug”. Eine Betonröhre wurde als Last umfunktioniert und wie ein Stück Butter in der Pfanne nach vorne und über einen Anschlagpunkt wieder nach hinten manövriert. Im Anschluss wurde noch einmal die Geländefähigkeit auf die Probe gestellt.

 

Nach dieser Ausbildungsphase wurde es für die Helfer ernst. Eine abschließende Übung von besonderer Güte war geplant. Unüblich, aber effizient. Primärziel dieser Übung war es die Team- und Koordinationsfähigkeit der Helfer zu testen und zu stärken. So wurden im Vorfeld der Übung ein Großteil der Führungskräfte der einzelnen Gruppen von ihren Helfern getrennt und diese in zwei neue Gruppen, bestehend aus Helfern des OV Halle und des OV Lemgo, aufgeteilt. Diese beiden Gruppen mussten im Vorfeld der Übung ihre Gruppen- und Truppführer bestimmen.

Während es sich die eigentlichen Gruppen-, Trupp-, und sogar Zugführer als Verletzte in einem umgestürzten Bus möglichst unbequem machten, versammelten sich beiden neuen Gruppenführer der beiden Bergungsgruppen im Zelt des Zugtrupps zur Lagebesprechung. Ein Busunglück sei geschehen, mindestens 15 verletzte Personen seien zu Schaden gekommen. Die Verletzten sollen gerettet und versorgt und Krankentransporte organisiert werden. Die Übung sollte enden, wenn alle Verletzten zur Verletzten-Sammelstelle transportiert worden sind. Nach dieser Besprechung gingen die Gruppenführer zurück in ihre Gruppen und schilderten die Lage. Nach einem kurzen Countdown startete die Übung. Mit Blaulicht und Martinshorn fuhren die Fahrzeuge die Unfallstelle an und begannen mit der Erkundung. Schnell wurde die genaue Lage an die Einsatzstelle weitergegeben und die ersten Verletzten gesichtet. Das Unglücksfahrzeug wurde auf brennbare Flüssigkeiten überprüft während die ersten Verletzten in Sicherheit gebracht wurden. Schnell wurde der KTW angefordert und die ersten drei Opfer zur Sammelstelle überführt. Immer mehr Personen werden aus dem Fahrzeug geholt und die Übung scheint schneller vorüber zu sein als geplant. So wird die Situation erschwert: Der Bus kann nur noch über die Seitenscheiben betreten werden. Doch weder dies noch die spektakulären schauspielerischen Leistungen der vermeindlichen Opfer bilden ein großes Hindernis. Abschließend wird noch eine Suchkette gebildet und das Gelände abgesucht. Nach gründlicher Suche wird schließlich noch eine verletzte Person gefunden. Nach etwas mehr als eineinhalb Stunden sind so weit alle Vermissten gerettet und geborgen. Die Übung ist damit erfolgreich beendet. Schlussendlich werden noch Lobende Worte für diese exzellente Arbeit ausgesprochen.

Ein geselliger Abend zum Abschluss erwartet die Helfer. Resümee dieser verlagerten Standortausbildung sind viele neue Erfahrungen und eine neue Ebene der Kameradschaft zwischen den beiden Ortsverbänden Lemgo und Halle. Ein großer Dank gilt auch dem Zugführer der Johanniter Unfall Hilfe, der uns während der Übung und auch in der Küche eine große Kameradschaft gezeigt hat.

 

 

 

________________________________________

 

Fotos: Andre Schwarz & Malte Schünemann

26.10.12

THW unterstützt bei Großbrand einer Lagerhalle in Borgholzhausen

Borgholzhausen (MW): Gegen 22:00 Uhr wurden die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer aus den Ortsve...

9.12.11

Zum zweiten Mal: KVK Gütersloh und THW

Halle (CV): Einem ersten Kennenlerntreffen der Mitglieder des Kreisverbindungskommandos (KVK) Güters...

15.09.10

Verlagerte Standortausbildung in Wesel 2010

Am 10. September trafen sich der OV Halle und der OV Lemgo in Wesel. Ziel war die Verlagerte Standor...

29.08.10

Einsatz: Hochwassser Osnabrück

Am 28.8.2010 wurde um 4:11 der Zugtrupp und die 2. Bergungsgruppe des OV Halle alarmiert, um in Osna...

11.10.09

Der Ortsverband Halle wird Aufgerüstet

Weitere 35 Fahrzeuge, die aus dem Konjunkturpaket II finanziert wurden, wechselten am Samstag in Kip...